Bodyshaming!

Titten, Bauch, Oberschenkel und Hintern sind bei Frauen* neuralgische Körperregionen. In der Regel finden wir sie nicht wohl genug geformt, sprich, zu dick. Das fällt uns nicht von alleine auf. Bereits von früh an werden unsere Körper bewertet. Diese Außenbetrachtung wird zum Selbstbild. Bereits Kinder bekommen früh mit, worauf es ankommt: Gut auszusehen, einem imaginären Leitbild zu entsprechen. Dicksein steht für Zügelosigkeit und Kontrollverlust. Das funktioniert suptiler, als man annimmt. Es sind keinesfalls nur die untergewichtigen Darsteller*innen in der Werbung oder in Filmen mit ihren Einheitskörpern; Es ist auch der stets kritische Blick der Mutter vor dem Spiegel oder dem Kleiderschrank. Es sind ihre Dauerdiäten. Es ist das Gestocher im Essen, der halbvolle Teller und das Überbetonen „gesunden Essens“ wie auch strenge Regeln beim Süßigkeitenkonsum. Es ist der fortwährend gekünstelte Umgang mit Essen, der dick macht. Kinder brauchen nicht nur Vorbilder – sie nehmen sie sich.

Jahre vor dem männlichen Körper fängt der weibliche an, sich zu verändern. Brüste und Hüften werden voller. Ich glaube, wenn das bei allen Mädchen zum gleichen Zeitpunkt passieren würde, wäre es nicht so ein großes Problem. So aber vergleichen wir uns mit den „knabenhaften“ Figuren Gleichaltriger. Die Veränderungen erschrecken viele. Auch die Hetero-Männerwelt reagiert, leider idR negativ mit sexualisierter Aufmerksamkeit. Auch das schürt Selbstzweifel und destabilisiert Mädchen*.

Bodyshaming ist Teil des Alltagssexismus

Als Marius Müller-Westernhagen seinen Song „Dicke“ auf den Markt brachte, war ich 14 Jahre alt. Ich habe das Lied gehasst und hasse es auch heute noch. Es hat mich bloßgestellt, ich fühlte mich zum Objekt degradiert. Schaue ich Fotos von damals an, war ich mit 14 Jahren noch gar nicht übergewichtig. Aber die Pubertät hatte schon begonnen, Weiblichkeit zu formen. Begonnen hatten meine Selbstzweifel aber bereits Jahre zuvor.

Und was das vielleicht größte Problem ist: Ich habe darüber mit niemandem sprechen können. Im Gegenteil: Meine weibliche Verwandtschaft bestätigte das Missgefühl. „Was Du mit 16 auf den Rippen hast, wirst Du nie mehr los.“, Oder: Wenn Du dick bsit, bekommst Du später keinen Mann.“ – Sprüche meiner Mutter. Und meine ältere Schwester – wie ich Bulimikerin – beobachtete ich einige Male, wie sie ihre Oberschenkel packte, sie schüttelte und sagte: „Die sind sooo fett“. Fett war meine Schwester übrigens nie. Und die Bilder meine Mutter als Teenager zeigen eine wunderschöne, gut proportionierte Frau. Immerhin fuhr mein Vater (und nicht nur er) voll auf sie ab, als sie 15 war und hat sie mit 19 geheiratet.

Bis heute sehe ich aber dickere Menschen mit kritischem Auge. Bis heute empfinde ich sie als unkontrolliert und schwach. Bis heute möchte ich eher „knabenhaft“ geformt sein. Immer muss ich ein Alternativprogramm auflegen, es in mein Bewusstsein einspielen und es ablaufen lassen, um diese Gedanken zu vertreiben, sie mindestens abzuschwächen.

Bodyshaming macht Menschen fertig. Es führt nicht dazu, dass sie abnehmen, und wenn, dann rutschen sie eher in eine Essstörung, als dass sie unbefangene Esserinnen werden.

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Essen und Corona

Essen und Corona

Hühnerfrikassee

In dem Viertel, in dem ich lebe, gibt es viel Gastronomie. Ich habe eine große Auswahl an Gerichten. Es gibt einen breit aufgestellten Mittagstisch auf der belebten Einkaufsstraße bei mir um die Ecke, auch einen Biergarten ohne Autoverkehrgeräusche. Darunter sind Italiener, Mexikaner, mehrere Bistros, ein Burger-Restaurant, ein Vietnamese. Und in der fußläufigen Schanze reihen sich Portugiesen, Griechen, Pizza-Läden, Asiaten und Syrer aneinander, ein Suppenladen, Türken sowie Kneipenrestaurants, die Salate und Aufläufe anbieten. In meinem Lieblingscafé gibt es – und nicht nur da – verschieden Frühstücke, sodass ich auch noch nach Tageszeiten wählen kann, wann ich auswärts esse. Selbst zu kochen wäre im Grunde nicht nötig, denn auch preislich sind Angebote dabei, zu denen ich es kaum billiger schaffe. Natürlich gebe ich aber insgesamt zu viel Geld fürs Essen aus. Mein kleines Genuss-Paradies ist mit dem ersten Corona-Lockdown natürlich versenkt worden. Schlagartig, würden Floskelliebhabende sagen. Und damit ein urbanes Lebensgefühl. Auch wenn mein Lieblings-Café Essen-to-go und andere anbieten, es ist nicht das Gleiche.

Ich bin eigentlich keine gute Köchin. Ich koche meistens nach Rezept, wenn es über meine wenigen Standards hinaus geht, die ich beherrsche. Etwa Tomatenhacksoße mit Pasta. Meine spezielle Rezeptur hat sich über Jahre entwickelt und wird von mir und Holger heiß geliebt. Rotwein gehört dazu und Knoblauch. Das Hack brate ich ohne Fett an und die Zwiebeln werden dann darin gedünstet, bevor die Tomatensoße dazu kommt und das ganze vor sich hin köcheln kann. Wir schlagen uns damit gern den Bauch voll, so viel, bis er anspannt und wehtut.

Der Lockdown hat nun eine neue Seite bei mir aufgeblättert: Gerichte erfinden. Denn jeden Tag ein neues Rezept auszuprobieren oder ein Kochbuch Seite für Seite durchzukochen, dazu hatte ich keine Lust. Es hat sich auch eher so ergeben, dass ich Lust bekam, Lebensmittel miteinander zu kombinieren. Vor allem bei Gemüsesorten bin ich freier geworden. Und habe die Erfahrung gemacht, dass eigentlich alles gut zusammenpasst. Wichtig sind nur die verschiedenen Garzeiten. Paprika benötigt weniger Zeit, darf immer noch knackig sein. Auch der Rosenkohl wird bei nur solange gekocht, wie er noch sein kräftiges grün besitzt. Kartoffeln, Reis oder Nudeln müssen natürlich durch sein. Und eine gute Würze ist entscheidend. Ich habe ziemlich viel Cayennepfeffer in diesem Jahr verbraucht. Die vegetarische und vegane Küche hat bei uns weiter Einzug gehalten: Ich habe oft Tofu scharf angebraten und dann einfach über das Gemüse gekippt – oder als warme Zugabe zum Salat. Ebenso ist Fisch nun viel präsenter: Lachs, Forelle und Pangasius gab es oft. Und zum Rührei  (Bruderküken) gab es Nordseekrabben. Die schmecken auch sehr gut auf einer mit Zitronensaft und Salz gewürzten aufgeschnittenen Avocado. Auch die alten, preisgünstigen Klassiker habe ich gekocht: Steckrüben, Blumenkohl, Brokkoli und Wirsing zum Beispiel. Rotkohl schmeckte auch sehr gut aus dem Glas. Lecker war auch der Grünkohl. Den habe ich auch im Garten angepflanzt, aber zu spät, sodass die Ernte sehr mickrig ausgefallen war.

Fisch (Pangasius und Rotbarsch) mit Salbei aus dem Garten, Pasta und Blumenkohl

So hat es anfangs bei uns keine Corona-Pfunde gegeben, wie es ja vielen ging. Allerdings kamen meine Koordinaten durcheinander, nachdem ich den neuen Job in Bremen angenommen hatte. Drei Tage die Woche übernachte ich bei meinem Vater und die doppelte Lebensmittelplanung hat mich dann doch überfordert. Morgens für ausreichend Obst und Skyr sorgen, mittags auf das Fastfoodangebot der Bremer Innenstadt angewiesen sein und abends mein Bedürfnis nach Nähe befriedigen und für meinen Vater kochen hat dann meine Parameter gesprengt. Dazu kamen regelmäßige Besuche bei meiner Freundin in Bremen. Sie hat dann zwar gekocht, was ich sehr genossen habe, aber eben abends. Das gab mir dann mehr oder weniger den Rest. Ich bin keine Abendswarmesserin, ich esse mittags warm. Dazu dann der Stress: Neuer Job, viele Überstunden und leider ein permanentes Angebot an Süßigkeiten in den Büros der Kolleginnen und Kollegen. Binnen weniger Wochen hatte ich drei Kilogramm zugenommen. Und das vor der Weihnachtszeit, die grundsätzlich weiteren Kontrollverlust bedeutet.

Erst nach Weihnachten ist es mir dann gelungen, meine Essensabläufe wieder zu koordinieren. Weight Watchers hat mir auch diesmal dabei geholfen – nicht mit seinem Punktesystem, sondern mit verschiedenen Rezepten. Ich habe wieder einmal festgestellt, dass es ein anderes Essen ist, wenn man Essen plant, die Zutaten selbst einkaufe, sich Zeit zum Kochen nimmt und dann zusammen isst. Das Hühnerfrikassee auf dem Bild oben habe ich nach Weight Watcher zubereitet und kann es wärmstens empfehlen, nachzukochen. Hier ist das Rezept zu finden. Ich wünsche gutes Gelingen.

Im Dialog mit Lisa

Erinnert Ihr Euch noch an den Film „Ich habs geschafft“, der vor zwei Jahren herauskam und in dem neun Personen, unter anderem ich, über ihre Essstörung berichten? Jetzt ist das „Bonus-Material“ dazu erschienen – ein Gespräch zwischen Lisa und mir, das damals während der Drehzeiten ebenfalls gefilmt wurde. Schaut mal rein und gebt mir gern eine Rückmeldung, wie Ihr es findet.

Kürbis aus dem eigenen Garten

Ich verstehe nun, warum Bäuerinnen und Bauern so stolz auf ihre ernte sind. Wenn man etwas hat wachsen sehen, was man selbst gepflanzt hat, bekommt man eine ganz andere Beziehung zu dem Gemüse oder Obst.

Dieses Jahr haben es vier Kürbisse geschafft, zu wachsen, zwei von ihnen habe ich schon geerntet. Der erste wurde nun geschlachtet und ich habe die entkernten Achtel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gesetzt, Kräutersalz und Öl drüber geträufelt und bei 200 Grad 20 Minuten backen lassen. Dazu gab es einen bunten Salat. Die Schale haben wir mitgegessen und wenn er etwas abgekühlt ist, hat er mehr Aroma. Dazu gab es ganz einfach Ketchup und Sweet-Chili-Soße.

Der Salat besteht aus:

  • 1 Römersalat
  • 1/2 Salatgurke
  • 1 gelbe Paprika,
  • 1 Frühlingszwiebel (auch das grün kleinschneiden zu zufügen!)
  • 1 Rote Bete,
  • 4 kleine Tomaten,
  • 1 große Karotte
  • Olivenöl
  • Balsamico
  • Pfeffer & Salz

Gemüse mit Tofu, Ananas und Chili

Mein Wok ist das beste, was in den Küchenschränken steht. Vor Jahren hat mein Mann ihn mir zu Gebuetstag geschenkt. Wir machen das oft so – schenken uns gegenseitig etwas für den Haushalt, was wir dann sowieso gemeinsam nutzen. So bekam er einmal von mir eine Nudelmaschine.  Frische Nudeln schmecken einfach super. Aber, seit wir so ziemlich alles haben, was zu einer Küchenausstattung gehört, schenken wir uns gegenseitig Reisen. Orte, die wir besuchen wollen, fallen uns immer wieder ein. Als nächstes steht Rom auf unserem Besuchsplan. Weiterlesen „Gemüse mit Tofu, Ananas und Chili“

Eiersalat

Wer sagt eigentlich, dass Eiersalat nur aus Eiern bestehen muss? Ich war mal kreativ und habe geschaut, was sich im Kühlschrank befindet und was ich sosnt noch gern essen würde. Und so bestand dieser Eiersalat aus folgenden Zutaten:

  • vier (Bruderküken-)Eier, 7 Minuten gekocht)
  • Eine Hand voll Babyblattspinat, klein geschnitten
  • 1 Salatgurke
  • Eine kleine Dose feine Erbsen
  • klein geschnittene Karotten )(us dem Garten)
  • 1 große Tomate, klein geschnitten
  • Schnittlauch (gab les eider nur tiefgekühlt)
  • Dressing: Mayonnaise, Senf Ketchup, Salz, Chiliflocken, ein Schuss Milch.

Die Zutaten sind natürlich variabel, vielleicht mal Paptika oder Pilze zufügen. Oder Mais oder einen anderen Blattsalat. Ich hatte auch noch Rote Bete vorrätig, aber die war mir dann geschmacklich zu dominant.,

Der Salat reichte für uns zwei, weitere Beilagen braucht man nicht! schmeckte sehr herzhaft und war äußerst sättigend.

Bewegung ist gut und macht hungrig

Seit einigen Wochen bin ich Eigentümerin eines eBikes – und bin bereits knapp 800 Kilometer damit gefahren. Wäre ich nicht zwei Wochen davon krank gewesen, hätte ich vielleicht sogar schon die 1.000 erreicht? Wer weiß. Es macht Spaß, damit zu fahren und ich habe nicht den Eindruck, mich weniger als vorher auf dem Rad zu bewegen. Ich bin ja viel mehr unterwegs und strampeln muss man ja dennoch – auch wenn es leichter geht. Weiterlesen „Bewegung ist gut und macht hungrig“

Kubanischer Bohnensalat

Ich habe seit fünf Jahren einen Kleingarten und liebe es nicht nur, auf dem kleinen Gaskocher kleine Gerichte zuzubereiten, sondern ernte auch Kräuter, Obst und Gemüse. Möhren, Radieschen, Kartoffeln, diverse Beeren, Rhabarber, Majoran, Kapuzinerkresse, – und erstmals in diesem Jahr auch Bohnen.

Schnell sind die gewachsen und ich habe vorsichtshalber meine Gartennachbarinnen Karin und Waltraud gefragt, wann die beste Erntezeit ist. Sie sahen kurz hin und meinten übereinstimmend: Jetzt! Junge Bohnen schmecken am besten!

Also habe ich sie mit nach Hause genommen und wurde bei der Ernte nur von zwei Eichhörnchen abgehalten. die ein wildes Spiel rund um den Stamm der sonst eher lästigen Birke trieben.

Aus unserem Kuba-Urlaub 2015 hatte ich noch ein Rezept in Erinnerung, das ich jetzt nachgekocht habe. Die Mengen schätzt beim Nachkochen am besten selbst ein … Weiterlesen „Kubanischer Bohnensalat“

Vier-Generationen-Urlaub, Rezept für ein Curryhuhn

Eine Woche Dänemark – die bislang größte Herausforderung für mein Essverhalten seit langem.

Soviel vorweg: Zwei Wochen Gruppen-Fernreise nach Südafrika in diesem Frühjahr waren erheblich weniger problematisch. Warum das so war? Vermutlich kam vieles zusammen und wie so oft, entblättern sich die Ursachen erst dann, wenn ich darüber schreibe und meine Gedanken ordne. Weiterlesen „Vier-Generationen-Urlaub, Rezept für ein Curryhuhn“

Steckrübenkartoffelsuppe

Es war ein Wagnis, diese Suppe zu kochen, denn mein Mann mag keine Steckrüben. Immer, wenn es früher bei ihm zuhause das Gemüse gab, erzählte sein Vater vom Krieg und wie wenig sie damals zu essen hatten. Da blieb ihm dann der Bissen im Hals stecken.

Die Erzählungen kann ich gut nachvollziehen, denn ein Blick auf Wikipedia zeigt, wie wichtig die Steckrübe einmal gewesen ist. Warum sie aber auch schon vor 70 Jahren einen schlechten Ruf hatte, kann ich gar nicht verstehen. Ich mochte sie nämlich immer, Gestern gab nun so tolle Steckrüben im Supermarkt, dass ich – ohne was zu sagen – eine in den Einkaufswagen gepackt habe. Weiterlesen „Steckrübenkartoffelsuppe“