Nie wieder Weihnachten?

Texte, die mit „Alle Jahre wieder“ beginnen, lese ich meist nicht weiter. Bei diesem Text kommt mir genau diese Floskel in den Sinn. Denn immer zu Weihnachten habe ich die selben schlechten Gefühle, der Essbrechreiz meldet sich, Tränen kullern anlasslos, mein Selbsthass und meine Unzufriedenheit sind im dunkelroten Bereich.

Anfangs freue ich mich auf die Weihnachtszeit:. Ich bekomme Lust, die Wohnung zu dekorieren, mache mir Gedanken, welche Geschenke ich aussuche, plane Verwandtschaftsbesuche über die Feiertage verteilt, schaffe genügend Zeitpuffer, damit auch alles rechtzeitig fertig ist: Baum, Essen, Präsente. Wie immer möchte ich es perfekt haben. Es allen recht machen. Ob sie wollen oder nicht. Weiterlesen „Nie wieder Weihnachten?“

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Rote-Linsen-Eintopf

Immer nachdem ich die ersten Male die Heizung wieder habe auf Touren laufen lassen, bekomme ich Appetit auf Eintöpfe. Circa ab Oktober beginnt bei mir die Suppen-Saison. Ich mag sie zwar das ganze Jahr über, aber irgendein ein genetischer Code muss im Herbst bei mir Signale an mein Geschmackszentrum senden, jetzt mit den deftigen Gerichten zu beginnen – zumal ich Suppen im Restaurant nicht ansatzweise so lecker finde wie meine. Ich mag eigene Eintöpfe auch deswegen, weil sie so wenig Gediddel beim Kochen machen. Alles kommt nach einander in einen Topf.

Für den Rote-Linsen-Eintopf dünste ich zunächst 2 grob geschnittene Zwiebeln glasig, gieße dann 1,5 Liter kochende Gemüsebrühe hinzu und gebe ein halbes Pfund rote Linsen hinein. Knappe 10 Minuten bubbert das Ganze vor sich hin. Dann kommen 2 fein geschnittene Möhren und ein Stück Sellerie hinzu, ebenfalls in dünne Scheiben geschnitten. Noch mal fünf Minuten Kochzeit, eher auf kleinerer Flamme.

Jetzt kommen Cabanossi mir klein geschnittenen Tomaten in die Suppe. Ich habe Mettenden genommen, die sind nicht so teuer, und habe sie auch in kleine Stücke geschnitten. Außerdem habe ich drei kleine Dosen geschälte Tomaten ausgewählt und keine frischen, weil ich so noch mehr Flüssigkeit bekomme. Weitere zehn Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Zum Schluss kommen Curry, 100 Gramm Sahne, 2 Esslöffel Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Paprikapulver hinzu. Nochmal rühren – und servieren. Schmeckt morgen wieder aufgewärmt nochmal so gut!

Klassischer Apfelkuchen

Das Jaht 2017 war ein katastrophales Apfeljahr für heimische Sorten. Alle jammern, dass die Importprodukte nun massenhaft in den Regalen lagern. Von meinem Baum habe ich auch kaum ernten können. Vielleicht sind insgesamt drei Kilogramm zusammen gekommen. Es hat für etwas Apfelmus gereicht. Und für einen Apfelkuchen. Ich backe seit Jahen immer den gleichen. Er geht einfach und ist eigentlich idiotensicher.

750 Gram Äpfel wasche und entkerne ich, die Schale bleibt dran!. Ich schnibbel die Apfelstücke dann in grobe Stücke und decke sie mit 2 Esslöffeln Zucker und Zitronensaft zu. Anschießend rühre ich 125 Gramm Butter mit drei Eigelben schaumig und gebe 100 Gramm Zucker und 1 Päckchen Vanillinzucker hinzu. Danach vermische ich 200 Gramm Mehl mit 1/2 Päckchen Backpulver und gebe es langsam zu der Masse. Aus den Eiweißen schlage ich einen feste Masse und ziehe sie unter den Teig.

Ich fette eine Backform ein und gebe den Teig hinein und verteile ihn mit der Rückseite eines Esslöffels gleichmäßig über den Boden. Die Apfelstücke kommen darauf. Der Kuchen wird bei 180 Grad eine Stunde lang gebacken. Man kann danach noch Puderzucker drüber geben, ich habe aber nie welchen vorrätig.

Meine Empfehlingen für Leute, die selten backen:

  • Vor Benutzung von Backpulver und Vanillinzucker auf die Haltbarkeit schauen – ich habe schon uralte Päckchen bei mir entdeckt.
  • Immer mehr Butter, Eier, Mehl und Zucker vorrätig haben, als für den Kuchen gebraucht wird, falls man sich mal verhaut. Oder kontinuierlich die Nachbarschaft pflegen, damit man notfalls ein Ersatz-Ei bekommt.
  • Wer noch keine Küchenmaschine hat – endlich kaufen. Oder schenken lassen.

Gemüsetopf mit Mango

img_0382.jpgEs ist ein uraltes Rezept, das ich mal wieder ausgegraben habe. Heute sagt man „vegan“ dazu, vor 25 Jähren empfanden wir uns außerhalb der gesellschaftlichen Norm, weil Essen ohne Fleisch auf den Tisch kam. Dass auch keine weiteren Tierprodukte enthalten sind, war uns gar nicht bewusst. Warum auch: Gebratene Zucchini schmeckt so fleischig, dass man auch als Allesesserin* nichts vermisst. Mit der raffinierten Würze darf man das Essen zudem auch als salzarm bezeichnen – und nur die süchtigsten Salzfetischistinnen werden das merken. Weiterlesen „Gemüsetopf mit Mango“

Resilienz – robust fürs Leben

Was ist Erfolg? Wann schafft es jemand, ein zufriedendes Leben zu führen? Was sind die Voraussetzungen? Welche Rolle spielen Schicksal und Zufälle, Fleiß, Herkunft oder einfach Glück oder Pech? Ich habe mich oft gefragt, warum ich keine Alkoholikerin geworden bin, warum meine Partnerschaft seit über 30 Jahren hält, warum ich trotz fehlendem Abitur in einem akademischen Beruf arbeite und mit Anfang 50 einen – bislang zumindest – erfolgreichen Neustart meiner Berufstätigkeit hingelegt habe. Ich habe verschiedene Antworten darauf gefunden. Weiterlesen „Resilienz – robust fürs Leben“

„Da ist kaum noch Zeit für Selbstvergessenheit.“

puppeAls unsere Kinder klein waren, waren sie oft nackt. Nicht nur zuhause, sondern auch in der Öffentlichkeit. Wir haben ihnen zum Beispiel spät Badehose oder -anzug zugemutet. Sie haben sich wohl gefühlt, wenn sie gar keine Kleidung trugen. Im Supersommer 1992 nackt auf dem Spielplatz herumzutollen – da waren sie vier und fünf Jahre alt, war klasse. Was konnte es Schöneres geben, als sich mit Wasser zu bespritzen und das kühlende Nass direkt auf der Haut zu spüren? Auch im Freibad haben wir unsere Kinder nackt herum laufen lassen. Und ich? Selbstverständlich war auch ich fast immer „oben ohne“. Allerdings nur in den zehn Jahren, in denen ich mich auf Konfektionsgröße 38 heruntergehungert hatte. Weiterlesen „„Da ist kaum noch Zeit für Selbstvergessenheit.““